Aktuelles

Fiasko in Fürstenfeldbruck

Desolate Herren 1 verlieren 40:20 beim Spitzenreiter

Wenn einem Trainer im Pressegespräch die Worte fehlen, er eigentlich nicht auf das Sportliche eingehen will, sondern die Charakterfrage stellt, dann muss ihn seine Mannschaft schon richtig im Stich gelassen haben. TuS-Coach Steffen Ecker war mehr als angefressen, als er nach dem desolaten Auftritt bei der 40:20-Klatsche gegen den TuS Fürstenfeldbruck im Trainergespräch Rede und Antwort stehen sollte. Und das zurecht! Hieß es nach etwas mehr als 20 Minuten noch schmeichelhaft erst 10:8 für die Gastgeber, nutzten diese eine kollektive Dansenberger Tiefschlafphase bis zur Pause zu einer auch in der Höhe verdienten 18:10-Führung. Statt in der 2. Hälfte Schadensbegrenzung zu betreiben und sich achtbar aus der Affäre zu ziehen, gerieten die zweiten 30 Minuten zu einem Schaulaufen des Spitzenreiters, ohne dass sich die Schwarz-Weißen ernsthaft zur Wehr gesetzt hätten. So kann und darf sich ein Tabellendritter nicht präsentieren. In der kommenden Trainingswoche gibt es einiges aufzuarbeiten.

Und das schreibt "Die Rheinpfalz" in ihrer Ausgabe vom 04.02.2020:

Im Spitzenspiel untergegangen

Handball: TuS Dansenberg verliert in der Dritten Bundesliga mit 20:40 beim Tabellenführer

(von Karsten Kalbheim)

Der TuS Dansenberg ist am Samstag im Spitzenspiel der Dritten Handball-Bundesliga bei Tabellenführer TuS Fürstenfeldbruck mit 20:40 (10:18) baden gegangen. Die Mannschaft von Trainer Steffen Ecker hatte nie eine realistische Chance auf den Sieg und musste sich nach einer schwachen Vorstellung klar geschlagen geben.

„Es wird darauf ankommen, gut zu verteidigen und im Angriff Lösungen gegen die offensive Abwehr der Panther zu finden. Auf jeden Fall werden wir sehr engagiert ins Spiel gehen und sicher einen großen Kampf liefern“, hatte Dansenbergs Trainer Steffen Ecker prognostiziert.

Nichts von all dem konnte seine Mannschaft gegen die vom Verletzungspech gebeutelten Bayern am Samstag umsetzen. Selbst Top-Torjäger Alexander Schulze war im ersten Spiel nach seinem feststehenden Wechsel zu Bundesligist TVB Stuttgart nicht in der Lage, dem Spiel wie gewohnt seinen Stempel aufzudrücken. Bezeichnend für den Auftritt der Schwarz-Weißen an diesem Abend war, dass der 22-Jährige gemeinsam mit Christopher Seitz dennoch der beste Schütze seiner Mannschaft war. Beide erzielten jeweils drei Tore.

Es war die dritte Niederlage in Folge für die Westpfälzer, die nun Fünfter sind. „Es ist eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Kornwestheim und Erlangen waren keine guten Spiele von uns, aber diese Spiele hätten wir in der Vorrunde noch gewonnen. Kleinigkeiten haben uns dann jeweils den Sieg gekostet, da wäre auf jeden Fall was drin gewesen. Gegen Fürstenfeldbruck konnte man eine gewisse Unsicherheit in der Mannschaft und in unserem Spiel feststellen“, gab Kapitän Seitz nach dem Debakel zu Protokoll. „Das Spiel kann man verlieren, natürlich aber nicht in dieser Art und Weise und Höhe. Es waren unglaublich viele technische Fehler, schlechte Entscheidungen und schwache Abschlüsse. Davon wurde jeder einzelne konsequent bestraft. An dieser Stelle kann ich mich nur stellvertretend für das Gezeigte entschuldigen.“

Die rund 900 Zuschauer bekamen ein einseitiges Spiel zu sehen. Dansenberg konnte die Partie bis zum Stand von 8:10 (21.) offenhalten, musste danach jedoch abreißen lassen und geriet bereits vor dem Seitenwechsel auf die Verliererstraße. Zur Pause betrug der Rückstand bereits acht Tore (10:18/30.). Beim Stand von 13:25 (39.) konnte es aus Sicht der Schwarz-Weißen nur noch darum gehen, die sich abzeichnende Niederlage in Grenzen zu halten, aber selbst das misslang.

Die ohne ihre drei verletzungsbedingt fehlenden Linkshänder angetretenen Hausherren spielten sich jetzt in einen Rausch und nahmen ihren in allen Belangen unterlegenen Rivalen nach allen Regeln der Kunst auseinander. „Das war eine Demontage. Bei manchen Spielern liegen Anspruch und Wirklichkeit derzeit weit auseinander. 40 Tore zu bekommen, ist eine Frechheit, unser Innenblock funktioniert überhaupt nicht. Für mich ist das eine Einstellungssache. Wenn die Bereitschaft nicht vorhanden ist, den Kampf anzunehmen, dann stimmt etwas nicht. Das wird sich der Verein nicht gefallen lassen. Vielleicht war der Sieg in Balingen Gift für uns, weil danach jeder meinte, es läuft jetzt von alleine, aber mit angezogener Handbremse funktioniert das nicht“, polterte Teammanager Alexander Schmitt, der auch einen Tag nach der Pleite noch sichtlich angefressen wirkte.

Weiter geht es für den TuS Dansenberg am Samstag (20 Uhr/Layenberger Sporthalle) mit dem Pfalz-Derby gegen den vom Abstieg bedrohten TV Hochdorf. „Spätestens da muss jetzt eine Reaktion kommen, ansonsten muss man die eine oder andere Personalentscheidung überdenken. So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, stellte Schmitt unmissverständlich klar.

TuS Dansenberg: Klier/Huber (Tor), Seitz, Schulze (je 3), Serwinski, Bösing, Megalooikonomou, Wetz (je 2), Munzinger, Claussen, Egelhof, Kiefer (je 1), Jankovic

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