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Erfolgreicher Start in die Pokalrunde

B-Jugend schlägt, jeweils auswärts, HC Berchem mit 34:35 (18:17) und die JSG TV Merchweiler – ASC Quierschied mit 19:32 (11:18).

Gegen HC Berchem: „Dreckiger Sieg“ in letzter Sekunde

Gleich zum Auftakt der Pokalrunde der Regionalliga Südwest ging es für die B-Jugend des TuS 04 Dansenberg unter der Leitung von Trainer Christian Buchner zur wohl interessantesten Auswärtspartie der Saison. Das Team reiste nach Luxemburg zum HC Berchem – die luxemburgischen Vereine nehmen in diesem Jahr erstmals an der Regionalliga teil. Unbekannt war der Gegner aber nicht, so stand man sich schon häufiger in Vorbereitungsturnieren gegenüber.

Die Partie am ersten Spieltag der Pokalrunde, in die der TuS mit 4:0 Punkten startete, „plätscherte zunächst so vor sich hin“, wie es Buchner beschrieb. So gelang es den Pfälzern, in der fünften Minute erstmals in Führung zu gehen, 3:4. Es sollte bis in die Schlussphase der Begegnung die einzige Führung bleiben. Problem: „Wir haben es nicht geschafft, eine gute Abwehr zu stellen, hatten teils gravierende Löcher“, kritisiert Buchner, erkennt aber auch an: „Berchem hat das gut gespielt. Ich war überrascht, wie stark die waren.“

Die Lücken in der Dansenberger Abwehr machten es den Hausherren einfach, zu Toren zu kommen. Buchner ließ zunächst in einer offensiven 3-2-1 Formation decken, merkte jedoch, dass das nicht funktionierte und stellte nach zehn Minuten auf 6-0 um, doch: „Es ist nicht besser geworden, wir waren offen wie ein Scheunentor“, hadert Buchner und führt aus: „Berchem hat sich für die Einladung bedankt, die kamen nahezu ohne Wiederstand durch und haben einfache Tore gemacht.“

Das die Gäste den Anschluss nicht verloren, hatten sie dem eigenen Offensivspiel zu verdanken: „Im Angriff hatten wir eine gute Sicherheit und konnten die schlechte Abwehr kompensieren“, lobt Buchner. Seine Jungs kamen so zum 8:8 (13.) Ausgleich, doch auch dieser hatte nicht lange Bestand. Denn auch die gute Offensive brachte nicht die nötige Sicherheit in die Abwehr, um das Spiel zu drehen.

So lief der TuS einem Rückstand hinterher, die Luxemburger erhöhten zwischendurch auf 14:10 (19.). „Berchem hat super gespielt“, muss Buchner den Gegner erneut loben, zudem gesellten sich bei seinem Team nun auch Fehlwürfe hinzu. Nach dem 14:10 legte der Coach eine Auszeit: „Ich habe versucht, die Jungs wachzurütteln, klar gesagt, dass es so nicht weitergehen kann.“

Und tatsächlich zeigte das allmälich Wirkung, in der Schlussphase der ersten Halbzeit stabilisierte sich die Defensive der Dansenberger und sie konnten mit dem Pausenpfiff auf 18:17 verkürzen. „Ich habe gedacht, ok, jetzt ist das Momentum auf unserer Seite“, kommentierte Buchner, der in seiner Kabinenansprache daran appellierte, „dass das Abwehrspiel nicht das ist, was wir können. Ich wollte, dass die Jungs zeigen, was sie können.“

Doch auch zum Start in den zweiten Durchgang war zunächst keine Besserung in Sicht. Dank des starken Angriffs, geführt von den überragenden Akteuren Julian Flack, der zwölfmal traf, und Spielmacher Jakob Mende, der elf Tore erzielte, hielt der TuS den Anschluss, konnte in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit mehrfach ausgleichen. „Wir haben offensiv immer wieder sehr gute Lösungen gegen die offensive Deckung von Berchem gefunden. Über gute Auslösehandlungen entwickelten wir aus allen Positionen Torgefahr“, lobt Buchner.

In der 38. Minute nahmen die Hausherren eine Auszeit, „die eher uns geholfen hat“, wie Buchner meint. Er nutzte diese, um den Fokus auf die Schlüsselspieler des HC, Barth Georges (9 Tore), und Horja Trasca (11 Tore), zu lenken, forderte, diese zu doppeln. Das zeigte Wirkung, in der 45. Minute erkämpfte sich der TuS endlich die erste Führung seit der Anfangsphase, 29:30. Doch erneut sorgte eine mangehalfte Abwehr dafür, dass die Luxemburger die Begegnung noch einmal zu ihren Gunsten drehen konnten, 31:30 (47.). In den letzten Minuten gelang es dann aber endlich, die Abwehr zu stabilisieren, sodass der TuS das Spiel drehte, und 30 Sekunden vor Schluss 33:34 führte. Nur fünf Sekunde später gleicht Berchem wieder aus, woraufhin Buchner umgehend seine letzte Auszeit legt: „Ich habe von den Jungs gefordert, es clever auszuspielen, den Wurf so zu nehmen, dass wir entweder gewinnen oder es zumindest beim Unentschieden bleibt. Ich habe den Jungs die Verantwortung überlassen, selbst zu entscheiden, was sie spielen“, erklärt Buchner. So erzielte Julian Flack mit seinem zwölften Tor zehn Sekunden vor Spielende den 34:35 Siegtreffer, denn der TuS ließ in den letzten zehn Sekunden keinen Wurf der Hausherren mehr zu.

„Ein ganz dreckiger Sieg“, muss Buchner eingestehen, resümiert weiter: „Ich muss meinen Jungs aber zugutehalten, dass sie trotz der schlechten Abwehr nicht den Kopf verloren haben im Angriff. Das hat uns den Sieg gerettet.“

Gegen JSG TV Merchweiler – ASC Quierschied: Deutlicher Sieg dank starkem Tempospiel

Als nächstes ging es für die B-Jugend ins Saarland. In Merchweiler war jedoch in den ersten Minuten „Sand im Getriebe“, wie Buchner kommentiert. So führten die Hausherren zunächst mit 3:1 (4.), doch Buchner blieb entspannt, denn: „Ich hatte ein gutes Gefühl, war mir sicher, dass wir das Spiel gedreht bekommen. Wir hatten eine gute Spielanlage, nur zu Beginn eine schlechte Chancenverwertung und standen in der Abwehr nicht so stabil wie geplant“, erklärt der TuS-Coach.

Und sein Gefühl sollte ihn nicht trügen, mit einem 3:0 Lauf auf 3:4 (6.) übernahmen die Dansenberger die Führung und die Spielkontrolle. „Am Anfang hat die JSG gut dagegengehalten, das muss man ihnen lassen. Doch dann hat man gesehen, dass sie mit unserem Tempospiel nicht zurechtkommen“, meinte Buchner. Der TuS legte über die gesamte Partie ein ernormes Tempo auf die Platte. Ob durch die schnelle Mitte nach Gegentreffer oder die zweite Welle nach Balleroberung, Merchweiler hatte dem kaum etwas entgegenzusetzen, „wir waren zu schnell.“ Die JSG hatte massive Probleme mit dem eigenen Rückzugsverhalten, konnte so nur kur den Anschluss halten. Und auch wenn der TuS mal in den Positionsangriff musste, fand er dort immer wieder gute Lösungen. So zog man mit einem 6:0 Lauf von 6:7 (11.) auf 6:12 (16.) davon. Dansenberg strahlte eine enorme Sicherheit aus, nicht nur im Angriff, sondern auch in der Abwehr, wo sich die Pfälzer zudem auf ihre beiden starken Torhüter Philipp Weber und Louis Olenburg verlassen konnte, die jeweils eine Halbzeit spielten und etliche Paraden zeigten: „Die beiden haben richtig gut gehalten, auch freie Bälle weggenommen. Das gibt der Mannschaft unheimlich Sicherheit und hilft enorm im schnellen Spiel hintenraus“, lobt Buchner seine Tormänner.

Bereits in Halbzeit eins war spürbar, dass bei der JSG die Kräfte schwinden, das Ergebnis wurde immer deutlicher. Beim Gang in die Kabine führte der TuS mit 11:18. Dort appellierte Buchner, weiter aufs Tempo zu drücken und die Hausherren müde zu machen. Auch durch eine noch stabilere Abwehr, die die JSG dazu zwingt, jedes Tor hart erkämpfen zu müssen. Das hat funktioniert, die Pfälzer kommen stark aus der Pause, die Saarländer geraten immer mehr unter Druck.

In der 40. Minute führte der TuS erstmals mit zehn Toren Vorsprung, 16:26. Die JSG hatte jetzt nahezu kein Tempo mehr im eigenen Spiel, standen lange in der Offensive, da sie keine Lösungen gegen die starke Dansenberger Abwehr fanden, nicht durchkamen und jeden Angriff mühsam ausspielen mussten. Buchner kritisierte, dass der Schiedsrichter nicht früher, und öfter, den Arm zum Zeitspiel hob, denn: „Das hat uns den Schwung genommen.“

Dennoch dominierten die Gäste nun nach Belieben und gewannen so am Ende, auch in der Höhe verdient, mit 19:32. Buchner resümiert: „Die Jungs haben heute richtig gut gespielt und meine Vorgaben super umgesetzt. Hut ab vor der Leistung von Allen, darauf könne wir aufbauen.“

Nun thront die B-Jugend also mit 8:0 Punkten auf dem ersten Tabellenplatz der Meisterrunde und wird zum Gejagten: „Jede Mannschaft will uns jetzt schlagen, wird alles reinwerfen“, warnt Buchner, der den Fokus im Training auf die Stabilität legen will und fordert: „Wir müssen fokussiert und mit absolutem Siegeswillen in jedes Spiel gehen. Wir wollen so lange wie möglich ungeschlagen bleiben.“

Die nächste Herausforderung wartet am kommenden Sonntag, dem 30.11., gegen die Linksrheinische JSG, dann endlich zuhause in der Dansenberger Sporthalle.

Autor: Martin Kling

 

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