Ein Fest für den Damenhandball endet in Tränen
Was für eine Kulisse, was für eine Dramatik und was für ein bitteres Ende. Am vergangenen Sonntag verwandelte sich die Sporthalle Dansenberg in einen Hexenkessel, als es im ultimativen Showdown um die Meisterschaft der Verbandsliga gegen den TSV Kandel ging. In einem Spiel, das alles hielt, was es versprach, trennten sich die beiden Top-Teams mit einem 25:25-Unentschieden (14:12). Ein Ergebnis, das für die Gäste aus Kandel den Titel bedeutete und die FSG Kaiserslautern/Dansenberg bereits zum zweiten Mal in Folge knapp am Aufstieg vorbeischrammen ließ.
Der eigentliche Hauptdarsteller dieses Sonntags waren die Zuschauer. Rund 200 Besucher füllten die Halle bis auf den letzten Platz. Man munkelt, Leute die später kamen, fanden kaum einen Platz. Ein riesiges Dankeschön geht nach Kandel, die mit einem vollbesetzten Bus und mindestens 50 Fans anreisten und auch auf der Gasttribüne für eine fantastische Atmosphäre sorgten. Doch unsere eigene Wand war noch gewaltiger: Das Drei- bis Vierfache an FSG-Unterstützern peitschte unsere Damen von Anfang an nach vorne. Auch ein riesiges Dankeschön an unsere Einlaufkids und die Tanzmäuse die eine grandiose Halbzeitshow einlegten.
Dieses Spiel hat eindrucksvoll bewiesen, wie attraktiv und mitreißend Damenhandball sein kann. Es war so laut in der Halle, dass der Schiedsrichter die Timeout-Signale schlichtweg nicht hören konnte und die Zeitnehmer schließlich mit der grünen Karte aufs Feld laufen mussten, um sich Gehör zu verschaffen. Diese Begeisterung, die Vorbildfunktion für unsere weibliche Jugend und dieser Zusammenhalt sind das, was wir trotz der Enttäuschung in die nächste Saison mitnehmen werden.
Sportlich zeigte die FSG über weite Strecken eine meisterwürdige Leistung. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erspielte sich unser Team durch Treffer von Paula Hack und Anna-Lena Flammann eine erste Führung. Zur Pause lagen wir mit 14:12 vorn. Auch Dank der Torhüterleistung. Auch in der zweiten Halbzeit schien alles nach Plan zu laufen. Wir hatten die Top-Torschützinnen des TSV voll im Griff. Diese warfen im vergangenen Spiel gegen Rodalben zu zweit 27 Tore, gegen uns nur noch 6! Die FSG agierte souverän, die Abwehr stand kompakt, Selina nahm einige freie Torwürfe weg und vorne sorgten unter anderem Antje Giller und Miriam Schoeneich für wichtige Tore zum 23:19 (52. Minute). Doch dann wendete sich das Blatt. In einer hektischen Schlussphase, geprägt von einer Zeitstrafe gegen Vanessa Müller, schmolz der Vorsprung dahin. Auch die Spielertrainerin von Kandel leistete durch ihre Schnelligkeit in der zweiten Welle ihren Beitrag. Kandel bewies in dieser Phase Nervenstärke und nutzte das nötige Quäntchen Glück. In der 59. Minute gingen die Gäste durch Anja Neupert sogar erstmals mit 24:25 in Führung. Vanessa Müller sicherte uns 45 Sekunden vor dem Ende mit ihrem Treffer zum 25:25 zwar noch den Punkt, doch für den Sieg und die Meisterschaft reichte es am Ende leider nicht mehr. Glückwunsch an Kandel und danke für das faire Spiel. Ihr habt es euch genauso verdient wie wir. Wir wünschen euch viel Erfolg in der Oberliga und hoffen darauf übernächste Saison wieder auf euch zu treffen.
Abschied von einer Ära: Danke, Patrick!
Die Trauer in der Halle saß tief, nicht nur wegen des verpassten Titels. Mit diesem Spiel endete eine Ära: Unser Trainer Patrick verlässt die Kommandobrücke und wechselt zu der MSG 1. Er begleitete viele Spielerinnen schon seit Jahren bei der HSG und war seit der Geburtsstunde der FSG ein Herzstück an der Seitenlinie. Ihn nach all dieser Zeit zu verlieren, schmerzt die gesamte FSG-Familie sehr. Danke, Patrick, für dein Herzblut, deine Zeit und deine Leidenschaft! Wir wissen und hoffen, dass du in der nächsten Saison trotzdem für Stimmung sorgen wirst (auf der Tribüne kann man auch keine gelbe Karte bekommen, also streng dich an ????). Auch wenn der Aufstieg in dieser Saison ausbleibt: Dieser Tag hat gezeigt, was in diesem Verein und in dieser Mannschaft steckt. Wir kommen wieder!
Für die FSG Kaiserslautern/Dansenberg kämpften:
Nadine Wolf und Selina Blaese (im Tor), Paula Hack (5), Anna-Lena Flammann (3), Miriam Schoeneich (3), Victoria Bronevski (3), Ann-Sophie Miller (3), Antje Giller (3), Vanessa Müller (2), Rabea Breininger (2), Katrin Willger (1), Antonia Soffel, Cira Flammann, Luka Anger, Julia Seitz, Marisa Teixeira Araújo
(von Julia Jost)



