A-Jugend unterliegt SF Budenheim mit 31:26
Nach der enttäuschenden Leistung bei der 31:22 Heimniederlage im Hinspiel gegen den noch verlustpunktfreien Tabellenführer SF Budenheim war die Vorgabe für die A-Jugend des TuS 04 Dansenberg unter der Leitung von Trainerduo Andreas Ireland und Gabor Tüdös für das Rückspiel in Budenheim klar: „Wir sind ohne Druck ins Spiel gegangen. Wir wollten es besser machen als im Hinspiel“, erklärt Ireland.
Die rheinhessichen Hausherren konnten dabei auf den gesamten Stammrückraum der des Bundesligateams der B-Jugend zurückgreifen, da deren Runde erst im März weitergeht, während bei den Dansenbergern weiterhin wichtige Stützen wie Rechtsaußen David Reznikov oder Rückraumallrounder Theo Poloczek verletzungsbedingt fehlen.
Tatsächlich zeigten die Vorgaben des Trainerduos in den ersten zehn Minuten der Partie die gewünschte Wirkung, die Pfälzer gestalteten die Begegnung ausgeglichen, 5:4 (10.). Dann kam es jedoch zu einem Einbruch. Defensiv hatte die Abwehr, die zu Beginn noch stabil stand, große Probleme die beiden herausragenden Kreisläufer der Hausherren, Tim Grathwol und Henri Schleif, in den Griff zu bekommen. Offensiv zeichneten mal wieder alte Muster ab. Zu viele Bälle wurden leichtfertig verworfen, was die Budenheimer mit einfachen Toren per Tempogegenstoß gnadenlos ausnutzten und auf 16:9 (25.) davonzogen.
Ireland und Tüdös reagierten, stellten auf den siebten Feldspieler um, „das war der Gamechanger“, wie Ireland herausstellt. Die letzten Minuten der ersten Halbzeit gehörten dem TuS, mit 17:12 ging es in die Pause. In ihrer Kabinenansprache appellierten die Trainer erneut „ohne Druck an die Sache zu gehen und bis zum Ende clever zu agieren. Wenn wir jetzt von Anfang an in der zweiten Hälfte da weitermachen, wo wir Ende des ersten Durchgangs aufgehört hatten, dann haben wir eine Chance“, gibt Ireland wieder.
So startete der TuS dann auch in die zweite Hälfte, agierte konsequent mit dem siebten Feldspieler, eine taktische Maßnahme, die für Budenheim kaum zu verteidigen war, während die Dansenberger selbst in der Abwehr jetzt besser standen, insbesondere die Kreisläufer besser zustellten. So gelang es den Rückstand auf die Hausherren Tor um Tor zu verkürzen. Die Jungs um Spielmacher Louis Lang haben das super aufgespielt, der Ball lief schnell und druckvoll und immer wieder konnte ein freier Mann gefunden werden: „Es war schön zu sehen, dass die Jungs deutlich mehr mit Kopf und weniger schnell und überhastet agiert haben“, lobt Ireland.
Dabei konnten auch beide Kreisläufer und Außenspieler immer wieder schön in Szene gesetzt werden. Sie profitierten vom schnellen Passspiel im Rückraum und kamen so immer wieder zu stark herausgespielten Torchancen. Linksaußen Can Alanya war mit acht Treffern bester Werfer auf dem Platz und zeigte eine persönliche Bestleistung, während auch Rechtsaußen Lars Rozina viermal traf, so auch zum 23:23 (50.) Unentschieden, der verdiente Lohn für Dansenbergs starkes Spiel: „Wir haben es geschafft in ihren Köpfen zu sein“, meint Ireland. So vergab der Tabellenführer tatsächlich uncharakteristisch viele Torchancen, auch technische Fehler schlichen sich ein: „In der Halle war jetzt eine andere Atmosphäre, das Fünkchen Hoffnung war da“, beschreibt Ireland.
Besonders hervorzuheben ist hierbei die Leistung von Torhüter Darvin Mayer, für den es gegen seinen Ex-Verein ging. Durch das Spiel mit dem siebten Feldspieler war er konstant gefordert, musste durchweg hellwach und hochdiszipliniert sein, um immer wieder schnell rein- und rausrennen zu können. Dazu war er auch zwischen den Pfosten bestens aufgelegt, hielt unter anderem drei Siebenmeter und vereitelte einige hochprozentige Torchancen: „Er hat ein super Spiel gemacht“, lobt Ireland.
Doch statt der Sensation schlichen sich in der entscheidenden Schlussphase beim TuS wieder alte Muster ein, technische Fehler und überhastete Fehlwürfe. Budenheim hatte es nun endlich geschafft sich auf den siebten Feldspieler einzustellen und so war Dansenberg gezwungen vermehrt aus dem Rückraum zu werfen: „Die Jungs haben es in dieser Phase zu selten geschafft den Mut zu fassen, hochzusteigen und zu feuern. Gerade weil wir etatmäßige Schützen im Team haben, war das sehr ärgerlich“, moniert Ireland.
So blieb sogar Topstorschütze David Rios Potrony ohne Treffer.
Die Hausherren nutzen das clever aus und stellten mal wieder unter Beweis, warum sie noch ohne Verlustpunkt an der Tabellenspitze stehen. Ein 4:0 Lauf auf 27:23 (54.) war die Vorentscheidung, Endstand 31:26. Ireland resümiert: „Wir sind trotz der Niederlage sehr stolz, dass die Jungs ein anderes Gesicht gezeigt haben. Man hat gesehen, dass da eigentlich mehr drin ist, dass wir mithalten können.“
Autor: Martin Kling

