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Spielfreude, schöne Tore und pure Dominanz

„Die Spiele gegen die Südpfalztiger sind immer sehr knapp und intensiv“, sagte A-Jugend Trainer Gabor Tüdös noch im Vorfeld der Partie. Tatsächlich waren die Tiger eine Art „Angstgegner“ der Dansenberger, die Duelle waren in den vergangenen Jahren immer spannend und entschieden sich erst in den letzten Sekunden. Meist mit dem besseren Ende für den TuS. Doch am vergangenen Samstag sollte es ganz anders kommen. In der heimischen Halle wurde der Rivale mit 38:24 (21:11) demontiert. „Die Mannschaft hatte durch den starken und souveränen Sieg gegen den HC Koblenz in der Vorwoche ein enormes Selbstvertrauen. Wir haben das Momentum mitgenommen, die Euphorie war noch da, der Spielwitz und die Spielfreude von letzter Woche waren noch da“, kommentiert TuS-Trainer Andreas Ireland.

Er und Tüdös mussten dabei auf ihren Kapitän Vincent Uben verzichten, der gerade mit der Gehörlosennationalmannschaft bei den Deaflympics in Tokio auf Medaillenjagd geht. So bot das Trainerduo das alteingespielte Rückraumtrio Daniel Szczendzina, Louis Lang und Theo Poloczek auf, die bereits vor zwei Jahren erfolgreich zusammenspielten. Mit diesem wendigen, spielstarken Rückraum versuchten Tüdös und Ireland das Spiel schnell und breit zu machen. Weniger Kreuzungen, dafür Spielzüge souverän zu Ende spielen. Alle drei zeigten eine überzeugende Leistung, steuerten zusammen 21 Tore und etliche Vorlagen bei. Lang traf achtmal, Poloczek siebenmal und Szczendzina war sechsmal erfolgreich.

Das Trainerduo kennt die Südpfalztiger bestens, bereitete ihr Team entsprechend gut vor: „Wir wissen was die einzelnen Spieler machen“, so Ireland. Und der Plan ging auf: „Wir haben von der 1. Minute an sehr souverän gewirkt, uns die Chancen gut rausgespielt“, lobt Tüdös. Dabei waren die Hausherren oft nur kurz im Angriff, fanden schnell eine Lösung, um die Tiger-Abwehr zu überwinden und zum Torerfolg zu kommen.

Zunächst konnten sich die Dansenberger aber noch nicht deutlich absetzen, stattdessen strauchelten sie in eine kleine Schwächephase, die es den Gästen erlaubte, auf zwei Tore heranzukommen, 9:7 (19.), 11:9 (20.). „Wir mussten bei der Aufstellung improvisieren, die Jungs haben sich aber sehr schnell aklimatisiert“, erklärt Tüdös. So setzte sich die TuS A-Jugend auf 14:9 (22.) ab und erhöhte mit einem 5:0 Lauf, von 16:11 (27.) auf 21:11 (30.), bis zur Pause auf zehn Tore Vorsprung. Die komfortable Führung erlaubte es dem Trainerduo durchzuwechseln und allen Spielern Einsatzzeit zu geben: „Die Jungs haben es sauber runtergespielt, wir sind sehr zufrieden“, lobt Tüdös den souveränen Auftritt seiner Mannschaft. Das Ergebnis hätte noch deutlicher ausfallen können, doch die Dansenberger nahmen in der Schlussphase merklich den Fuß vom Gas, um nicht unnötig eine Verletzung zu riskieren. 
Wie schon in der Vorwoche konnte sich die A-Jugend erneut auf Torhüter Darvin Mayer als sicheren Rückhalt verlassen. Als Mayer beim Stand von 30:15 (44.) ausgewechselt wurde, hatte er eine Paradenquote von fast 50 Prozent, darunter drei Siebenmeter: „Wir sind glücklich, so einen starken Torwart zu haben, das hat er heute mal wieder gezeigt, er stand sehr gut“, lobt Tüdös seinen Schlussmann.

Offensiv überragte Rechtsaußen Lars Rozina mit neun Toren, eine persönlichen Bestleistung, bei nur einem Fehlwurf: „Eine top Wurfquote“, lobt Ireland. Darunter ein Treffer der Marke „Tor des Monats“: Rozina fängt einen langen Tempogegenstoßpass von Mayer in der Luft und verwandelt per Kempa-Trick. Auffällig: Die Südpfalztiger bekamen satte 14 Siebenmeter zugesprochen. Einige davon fragwürdig, viele aber gerechtfertigt, wie Tüdös anerkennt: „Wir sind oft einen Schritt zu spät gekommen.“ Die Erklärung ist schnell gefunden. Durch die Ausfälle von Marius Bieberstein und Vincent Uben im Mittelblock war die Defensive nicht so eingespielt wie sonst, tat sich schwer mit den improvisierten Aufstellungen. Zudem kassierte auch Mittelblocker Joshua Graß früh zwei 2-Minuten-Zeitstrafen, musste sich dementsprechend zurückhalten, bekam in der Schlussphase dennoch eine dritte Zeitstrafe und die damit verbundene Rote Karte. Die Südpfalztiger konnten dies allerdings nur bedingt ausnutzen, verwandelten nur acht ihrer 14 Siebenmeter. „Wenn alle drin sind, wäre das Spiel vielleicht etwas enger gewesen“, spekuliert Tüdös.

Nun steht eine spielfreie Woche bevor, ehe der TuS am 29. November die HG Saarlouis zum Gipfeltreffen in der Sporthalle Dansenberg empfängt. „Saarlouis war die letzten Jahre immer ein Gradmesser für uns, wir sind gewarnt“, so Ireland, der betont: „Wir werden uns vorbereiten und die Jungs gut drauf einstimmen. Wir wollen die Hinrunde der Meisterrunde verlustpunktfrei gestalten.“

Autor: Martin Kling 
 

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