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Ungeschlagene Rückrunde

Am 11.01.25 verlor die B-Jugend des TuS 04 Dansenberg unter der Leitung von Trainer Christian Buchner zum Abschluss der Hinrunde zuhause mit 30:35 gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt. Es sollte nicht nur die letzte Niederlage der nun abgelaufenen Saison sein, sondern auch derStartschuss zu einer wahrlich fulminanten Rückrunde, in der die TuS-Youngsters aus neun Spielen 17:1 Punkte holten und somit ungeschlagen blieben. 

Das war vor Beginn der Saison so nicht vorherzusehen. Nach der denkbar knapp verpassten Quallifikation zur Regionalliga war die Enttäuschung in der Mannschaft groß, zudem mussten die Abgänge von drei Leistungsträgern verkraftet werden. „Ich habe am Anfang im Training gemerkt, dass vieles nicht  zusammen passt“, erinnert sich Trainer Christian Buchner. Dazu kam, dass Buchner nur auf zwei Spieler des 2008er Jahrgangs zurückgreifen konnte, ansonsten alle Spieler aus dem jüngeren 2009er Jahrgang stammten, während die meisten Gegner mit einem körperlich überlegenen Kader überwiegend aus 08ern aufwarten konnten.

Gleich im zweiten Spiel setzte es daher eine empfindliche 33:25 Auswärtsniederlage gegen die HSG Eckbachtal: „Da haben wir keine gute Leistung gezeigt und verdient verloren. Die Probleme, die wir zu der Zeit hatten sind in dem Spiel alle zu Tage getreten“, blickt Buchner zurück, der der Niederlage aber auch Positives abgewinnen konnte: „Es war im Nachhinein gar nicht schlecht, so früh einen auf den Deckel zu bekommen. Ich habe schnell gemerkt, dass die Jungs das nicht nochmal erleben wollen“.

Ab da war eine deutliche Entwicklung in der Mannschaft spürbar. Die Niederlage gegen die Südpfalztiger im November darf man dabei aufrgund von Veretzungs- und Krankheitssorgen gerne ausklammern. „Ich habe gemerkt da kommt was, die Jungs wollten und haben gut mitgezogen. Es hat ein bisschen gedauert, bis die Zahnrädchen ineinander gegriffen haben“.  Die intensive Trainingsarbeit mit großem Fokus auf Ausdauer und Tempospiel zahlte sich zunehmend aus. Ein besonderes Highlight war dabei die Auswärtspartie gegen die HSG Landau/Land im Dezember als die Dansenberger nach einem Horrorstart mit 10:2 hinten lagen, die Begegnung dann aber bereits zur Pause auf 16:16 drehen konnten und die HSG im zweiten Durchgang komplett auseinander nahmen, Endstand 28:39.
„Wir wollte unbedingt gegen die Teams, die in der Tabelle über uns stehen gewinnen. Das Spiel gegen Landau war ein wichtiger Wendepunkt“, so Buchner.

Das bereits erwähnte letzte Spiel der Hinrunde gegen die HSG Dudenhofen /Schifferstadt verlief dabei sehr unglücklich. Der TuS lag lange in Führung und hätte gewinnen können, „doch nach der Sache mit Henrik Honeck waren die Jungs kopfmäßig komplett raus“, erklärt Buchner. Honeck verletzte sich schwer und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Die Partie war dadurch lange unterbrochen worden. Dennoch war bereits eine enorme Steigerung erkennbar und die Devise für die Rückrunde war klar: „Wir hatten uns vorgenommen, gegen keine Mannschaft zweimal zu verlieren“.

Das sollte gelingen. Die schwächeren Gegner wurden erwartungsgemäß deutlich abgefertigt, doch „das ist für uns kein Maßstab. Die Spiele gegen die Topteams sind unser Maßstab“, so Buchner. Zunächst besiegte man den späteren Meister HSG Eckbachtal zuhause in einem dramatischen Spiel mit 30:27, dann gelang auch die Revanche gegen die Südpfalztiger, die der TuS ebenfalls zuhause am 09.03. mit 31:29 besiegte. Dann folgte eine einmonatige Pause, ehe man vor zwei Wochen zum Rückspiel gegen die HSG Dudenhofen/Schifferstadt reiste. „Es war klar, wie die Partie laufen würde. Die HSG hat einen uns körperlich überlegenen Kader und kommt auch sehr über das Körperliche“, wussste Buchner bereits im Vorfeld. Trotzdem waren es dann die Dansenberger, die den deutlich besseren Start in das Duell erwischten und nach fünf Minuten mit 1:4 führten. Nach neun Minuten stand es 3:7 und nach knapp einer Viertelstunde 5:10 (15.): „Die Jungs haben das in der Abwehr richtig gut gemacht und im Angriff sehr überlegt und clever gespielt“, lobt Buchner die Anfangsphase seiner Mannschaft. Dennoch war ihm klar, dass die HSG sich nicht so leicht geschlagen geben würde. Tatsächlich fanden die Hausherren bald zurück in die Partie, spielten ihre körperliche Überlegenheit gut aus und suchten immer wieder die Durchbrüche, 11:12 (20.). Doch der TuS hielt gut dagegen, verteidigte weiter sauber, kreirte gute Chancen und leistete sich kaum Fehlwürfe. So hielt man Dudenhofen bis zur Halbzeit auf Abstand, 15:17. Doch die HSG war nun am Drücker, kam angeführt von ihrem überragenden Mann Lukas Kitzmann, der neunmal traf, mit Schwung aus der Kabine und glich alsbald zum 18:18 (28.) aus. Dann kam es zu einem ärgerlichen Bruch im Spiel der Dansenberger. Eine Unterzahl Situation wurde von den Hausherren konsequent genutzt, Dudenhofen drehte die Partie mit einem 3:0 Lauf auf 21:19 (31.) und lag nun erstmals in Führung: „Das darf uns so nicht passieren, die HSG hat dadurch richtig Aufwind bekommen“, hadert Buchner. Die Gastgeber konnten nun immer wieder vorlegen, doch der TuS blieb dran: „Die Jungs haben weder Kopf noch Nerven verloren, dass war sehr stark“, lobt Buchner. Nach dem 25:25 (41.) wurde es dann hektisch, es ging jetzt hin und her und auch die Führung wechselte merhfach die Seiten. Buchners Jungs bemühten sich weiter, nicht in Hektik zu verfallen, hätten aber ruhiger agieren können.  So gelang es den Gästen dann, scheinbar auf die Siegerstraße einzubiegen, 84 Sekunden vor Schluss traf Paul Hettesheimer per Siebenmeter zum 28:30. Doch die HSG warf noch einmal alles in die Waagschaale, probierte mit aller Gewalt die Niederlage noch abzuwenden, was dann auch mit etwas Glück gelang, Endstand 30:30. „Letztendlich ein gerechtes Unentschieden. Dennoch hätten wir das irgendwie über die Zeit bringen müssen, hätten cleverer agieren müssen. Es lief am Ende unglücklich für uns“, resümiert Buchner. Trotzdem zeigten die Dansenberger insgesamt eine starke Leistung.

Am vergangenen Samstag kam es dann zum Abschluss der Saison zu einer skurilen Situation. Die HSG Landau/Land konnte aufgrund von Verletzungen und Krankheiten nur fünf Spieler aufbieten, wollte die Partie jedoch auch nicht absagen und sich die damit verbundene Strafzahlung sparen. In einer Geste des Sportsgeist, erklärte sich Buchner bereit, ebenfalls nur fünf Spieler aufzustellen, um faire Bedingungen zu schaffen. So ergab sich eine außerwöhnliche und chaotische Begegnung, die die Hausherren am Ende mit 39:35 (20:18) für sich entscheiden konnten. Buchner kommentierte: „Erstmal großen Respekt vor Landau, dass sie mit nur fünf Spielern angereist sind. Davor muss man den Hut ziehen, das fand ich cool. Es war dadurch aber kein richtiges Handballspiel. Es ist sehr schwierig mit vier Mann das volle Feld zu verteidigen, dafür hat man offensiv den Vorteil, große Räume zu haben. Es ist schwierig, dass zu beurteilen, da es mit einem normalen Spiel wenig zutun hatte“.

So beendet die B-Jugend des TuS die Saison 2024/25 in der Oberliga Pfalz mit 29:7 Punkten als Tabllendritter, nur drei Punkte hinter Meister Eckbachtal und einen Punkt hinter Dudenhofen/Schifferstadt. „Die überragende Rückrunde zeigte deutlich die enorme Entwicklung, die die Mannschaft im Laufe der Saison genommen hat. Vom Anfang, wo sich alles finden musste, dann nach und nach alles ineinander griff und die Mannschaft sich selbst gefunden hat. Die ganze Trainingsarbeit und der Wille und die Lust der Jungs hat sich dann auch in den Spielen und den Ergebnissen gezeigt. Die Jungs haben sich alle zusammen super entwickelt als Mannschaft zusammengefunden und auch immer wieder die Ausfälle von Leistungsträgern gut aufgefangen. Darauf können sie sehr stolz sein. Die Runde hat, vor allem hintenraus, enorm Spaß gemacht“, resümiert Buchner.

Jetzt liegt der Fokus auf der Vorbereitung zur Regionalligaqualifikation, die am 03.05. in Dirmstein bei der HSG Eckbachtal und am 04.05. in Offenbach stattfinden wird.

Autor: Martin Kling 

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